Das 4. Ameisen-Seminar

Das bereits 4. Ameisen-Seminar von reptika und antsnature in Karlsruhe war wieder eine rundum schöne und interessante Veranstaltung.

Vor und zwischen den Vorträgen kann man in Ruhe einige Ameisenkolonien (u.a. Weberameisen, Harpegnatos, Pachycondyla) beobachten und bewundern. Dabei kommt man auch immer mit anderen Ameisenhaltern und Interessierten ins Gespräch und kann sich so prima über Themen wie die Ernährung oder generell andere Arten austauschen.

Die Vorträge finden ebenfalls in einer geradezu familiären Atmosphäre statt, wo jeder zwischendurch Fragen stellen kann, wodurch sich Ameisenfans von jung bis alt gleichermaßen wohl fühlen.

Bei den beiden Vorträgen standen diesmal zwei europäischen Arten im Vordergrund:

Camponotus ligniperdus

Zuersteinmal: ja, die heißen wirklich so. Diese schöne rot-schwarze Camponotus-Art hat Bianca Drenske ausführlich und sehr anschaulich vorgestellt. Diese polymorphe Ameisenart hat die größten Arbeiterinnen aller europäischen Ameisen – die Majoren sind aber erst in größeren Kolonien anzutreffen. Bis dahin hat man seine Kolonie schon ein paar Jahre gepflegt, denn anfangs ist das Koloniewachstum nicht besonders schnell. Pheidole pallidula sind da (leider?) deutlich vermehrungsfreudiger.

Ausgerüstet mit dem Wissen von Lebensraum über Entwicklungsdauer bis zu Formicarium und Ernährung sollte die Haltung wirklich niemanden mehr vor Rätsel stellen. Generell ist Camponotus ligniperdus nicht schwierig zu halten. Als Anfänger sollte man nur nicht gerade mit einer Kolonie von 1-3 Ameisen startet.

Und gleich daneben konnte man eine 150 Individuen starke Kolonie beim Fouragieren und Nestbau beobachten (siehe Foto).

Messor barbarus

Auch die großköpfigen Messor barbarus sind eine sehr interessante Ameisenart, die Dirk Drenske mit viel Sachverstand und Engagement präsentierte. Die großen südeuropäischen Körnersammler kommen – bei ausreichend abwechslungsreicher Nahrung – fast komplett ohne zusätzliches Eiweiß aus. Endlich mal eine Ameise, wo man beruhigt zwei Wochen in Urlaub fahren kann, wenn Frischwasser sowie genug Samen und Körner vorhanden sind.

Ein Schwerpunkt des kurzweiligen Vortrages war die besondere Ernährung von Messor barbarus. Welche Samen und Körner werden bevorzugt gesammelt und gefressen? Warum diese spezielle Ernährung? – diese Fragen sind jetzt alle wunderbar beantwortet. Natürlich wurden auch die allgemeinen Ansprüche an die Haltung dieser interessanten Ameisen ausführlich besprochen.

Fazit

Schon fast ein Pflichttermin für alle Ameisenfreunde und solche, die es werden wollen. Neben den Vorträgen locken gerade auch die Gespräche und Diskussionen, nicht zu vergessen die Ameisenkolonien. Uneingeschränkt empfehlenswert.

2 Antworten auf Das 4. Ameisen-Seminar

  1. Tim sagt:

    kann ich nur zustimmen. war wieder eine super veranstaltung. beim nächsten mal bin ich sicher wieder dabei.

  2. callano sagt:

    Vielen Dank an das Team vom Forum eusozial.de für das Verlinken dieses Beitrages.

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